- www.didgeman.de - Torsten Höpfner - ©

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal kurz daran erinnern, dass das wichtigste die Zirkularatmung ist. Bevor Du versuchst, Dir die Spieltechniken anzueignen, konzentriere Dich auf die ZA. Bevor wir dazu übergehen und uns verschiedene Spieltechniken anzueignen, sollten wir uns vergegenwärtigen, was alles eingesetzt werden kann beim Spielen.

1. Wangenbewegungen
2. Zungenbewegungen
   2.1 Zungenroller (Triller)
3. Kehlkopfbewegungen
4. Stimme
   4.1 Der Dingo
   4.2 Der Kookabura mit Mp3-Datei
   4.3 Das Känguruh
   4.4 Der Bumerang
5. Was sonst noch geht
6. Toot-Ton (Trompetenton)

Eigentlich wird kaum jemand nur eine der Techniken einsetzen. Alle wirken irgendwie zusammen. So, das war's auch schon. Nein, nein. So einfach ist das nun doch nicht :o).

Für das eine oder andere werde ich in absehbarer Zeit Klangbeispiele von mir dazustellen.

top Zu 1. Wangenbewegungen

Wenn wir einen einfachen Grundton spielen und die Wangen voller Luft sind, wird der Grundton tiefer sein als wenn die Wangen eingezogen sind. Schnelle Bewegungen bringen so einen schnelleren Wechsel der Tonhöhe. Auch der Wechsel der Luft von der linken in die rechte Wange bringt einen Unterschied im Ton. Wenn Du die Wangen ruckartig zusammenpresst, ergibt das einen lauten quakenden Ton. Hört sich ungefähr wie "kwok" (das o wie in Hokey) an. Unterstützen kannst Du es mit der Zunge. Dabei schiebst Du die Zunge ruckartig nach vorne. Aber wie heisst doch das Sprichwort? Probieren geht über studieren.

top Zu 2. Zungenbegwegungen

Die Zunge ist ein Instrument, mit dem sehr viel erreicht werden kann. Kein Wunder, erzeugt sie doch beim Reden schon eine Menge Geräusche. Mit ihr kannst Du zischen, trillern, zirpen, schnalzen, den Ton unterbrechen und und und. Wenn Du die Zunge wie einen Schieber nach vorn und hinten bewegst, ändert sich der Ton etwa so: ooooiiiiioooouuuuuooooiiiiooooouuu
Auch ein schnelles Anheben der Zunge zum Gaumen variiert den Ton. Dann wird die Luft stoßartig herausgedrückt. Hier ist ausprobieren angesagt. Lasse Deinem Spieltrieb freien Lauf.
Eine weitere Übung ist das Sprechen der Vokale a, e, i, o und u. Einfach während des Grundtons in das Didge sprechen. Mal mit, mal ohne Stimme. Je klarer der Ton im Mund geformt wird, umso klarer kommt der Ton am Ende heraus.

top Zu 2.1 Zungenroller

Wer nicht genau weiss, was ich meine, der stelle sich mal eine Spanierin vor( die Damen bitte einen Spanier). Wer kennt nicht diesen Zungenroller, der in dieser Sprache so verbreitet ist? Dieser Zungenroller wird auch oft von Deutschen angewandt. Meist sind es die bayerischen Landsleute.
Und wie geht das nun? Und vor allem wo? Wenn Du das Wort "ding" sprichst, berührt die Zungenspitze einen Punkt kurz hinter den oberen Schneidezähnen, dort, wo der Gaumen anfängt. Locker liegen lassen und "austrillern". Wichtig ist, dass die Zungenspitze nicht zu fest gegen den Widerstand drückt.
Viele haben ein Problem damit, dann gibt es eine kleine Übung dafür. Spreche schnell hintereinander das Wort "tedefen". So 20, 30 mal oder mehr. Wenn das schon schnell klappt, dann sprech nur "tede". So oft und so viel Du willst. Irgendwann fällt Dir dann der Zungenroller ganz leicht. Nun kannst Du also das Rollen mit der Zunge und solltest es mit einem Satz probieren. Zum Beispiel: "Rudi rollt den Radi runter". Und immer schön rollen. Klappt das gut, dann versuch es mal am Didge ohne Grundton, einfach reinrollen. Und nun mal mit Grundton. Probier es aus. Es wird schon klappen ! Bestimmt! Und so darf es sich anhören, klick hier.

top Zu 3. Kehlkopfbewegungen

Den Kehlkopf setzen wir eigentlich stes ein: bei Sprecheinsatz oder bei der Atmung. Zieht man den Kehlkopf herunter, vergrößert man den Resonanzraum und der Ton wird sich entsprechned ändern.

top Zu 4. Stimme

Mit der Stimme ist im Gegensatz zum Kehlkopf schon wesentlich mehr drinn'. Allerdings spielen Kehlkopf und Stimme ja auch zusammen. Wenn Du Deine Stimme einsetzen willst, wirst Du merken, dass Du etwas mehr Druck hinter den Ton legen musst. Ansonsten klingt es etwas mager.
Mit der Stimme werden Tierstimmen nachgemacht, einfach nur gehustet, gelacht, gekichert, geknurrt oder gegrollt.

Es ist fast unmöglich, alles aufzulisten, was alles machbar ist. Hier trifft der Spruch: "Probieren geht über Studieren" voll zu. Trotzdem geb ich hier ein paar Beispiele.

top Der Dingo

Der Dingo Kurz vorne weg: ein Dingo bellt nicht! Darum sollte es eher heißen: wie macht man einen Hund nach. Dingo-Bellen ist als Touristenattraktion entstanden.

Versuche in das Didge ein hohes und kurzes "HA" zu bellen. Dieses Bellen solltest Du aus dem Zwerchfell herauspressen. Das dann ein, zwei, dreimal hintereinander. Stell Dir dabei einen Hund vor, wie er irgendwas verbellt. Lass es natürlich erklingen. Hier bei uns laufen genug Hunde herum, bei denen Du in die Schule gehen könntest ;o)
So könnte es geschrieben aussehen: HA...HA.HA.HA...HAHAHAHA (Der Punkt symbolisiert eine Pause). Hier ein Beispiel. ABER: der Dingo bellt eigentlich in echt gar nicht! Eigentlich wird dieses immer nur zur Unterhaltung angewendet. Und wenn mal jemand davon spricht, dass das Bellen eines Dingos zum Spielen gehört, dann stimmt das einfach so nicht.

top Der Kookabura oder "Lachende Hans"

Kookaburra Der Kookabura ist ein Vogel, der in Australien sehr verbreitet ist. Sein Schrei könnte sich anhören wie ein Lachen. Und so könnte es geschrieben aussehen: KUUKUUKUUKUUUU...KUUKUUKUUKAAKAAAA
Und hier hab ich noch eine Mp3-Datei, in der mehrere dieser Vögel zu hören sind.
Und das ist meiner.

top Ein Känguruh

Wie hört sich denn ein Känguruh an? Keine Ahnung, aber die Bewegung können wir nachmachen. Stell Dir das Känguruh vor, wie es über das Land hüpft. Oft sieht man es im Film: da hockt es auf den Hinterbeinen, knabbert am Gras, schaut kurz hoch (blickt dann meist in die Kamera als wenn es sagen will: "guckst Du anderen immer beim Essen zu? "), hüpft dann zwei drei mal TUMM...TUMM.TUMM.TUMM, bis es dann schneller wird: TOINTOINTOINTOIN
Hier mein Känguru.

top Der Bumerang

Der Bumerang hat natürlich keine Stimme. Vielmehr imitieren wir das Schwirren der Waffe. Waffe? Genau!Boomerang Die Aboriginals benutzen den Bumerang zur Jagd und die Form unterscheidet sich von dem Sport-Bumerang. Der Sport-Bumerang soll zurückkehren, der Jagdbumerang Termine und/oder töten. Aber das nur am Rande.
Das Schwirren machen wir folgender Maßen ohne Stimme nach, nur die Bewegung der Zunge: JOIJOIJOIJOIJOI. Wobei das "J" nicht wie in Job gemacht wird. Eher wie bei der Jagd. Soll der Bumerang schneller fliegen, mach nur: JOJOJOJOJOJO

top Was sonst noch geht

Tja, was geht denn sonst noch? Im Prinzip ist alles möglich. Grenzen setzt nur Du Dir. Wenn Du meinst, in das Didge hineinschreien zu wollen, dann mach es! Wenn Du in das Didge lachen willst, dann mach es! Alles ist erlaubt, nichts ist verboten!

Und hier sind wir an einem Punkt angekommen, wo nur noch Deine Phantasie entscheidet, was geht.
Ich kann nur noch Anregungen geben.
Worte, ob reale oder Phantasieworte, eignen sich sehr gut für das Spielen (und spielen im weiteren Sinne sollst Du mit Dir und dem Didgeridoo) mit dem Didge. Diese "Worte" nutze ich gern: jikedi, jakedi, zakedi, heu, hottehü.

top Toot-Ton (Trompetenton)

Der Trompetenton scheint für den Anfänger das einfachste zu sein. Es ist aber sein erster Fehler. Leider :-(
So geht´s: angespielt (ohne den Grundton) wird der Toot-Ton mit Unterstützung der Zunge. Stell dir vor, Du hast Fingernägel gekaut und hast nun was auf der Zunge. Spucks aus. Was machst Du? Die Zungenspitze liegt zwischen den Lippen, Du erhöhst die Spannung der Lippen und hast mehr Druck auf dem Zwerchfell. Die Unterlippe ist minimal nach hinten gezogen. Nun die Luft raus. Meist klappt es nicht auf anhieb, oft aber ertönt schon der zweite oder dritte Tut. Richtig, es gibt mehrere davon. Der einzige Unterschied: der 2. Tut ist etwas höher im Ton, der 3. höher als der 2. Tut. Wer Trompete spielt, wird diesen Ton leicht hinbekommen. Und zum traditionellen Spiel des Yidaki ist der Overblow zwingend. Er wird gezielt eingesetzt.
Hier ein Beispiel vom ersten Toot
(G=Grundton, T=Toot):G-T-G-T-G-TT-G-TT-G-TT-G-TT-G

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