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Ich bin schon öfter gefragt worden, was man bei Didjes beachten sollte. Darum diese Seite.

Hier die Links dazu:
Das Bambus-Didgeridoo
Das Holz-Didgeridoo
Bienenwachsmundstück
Mundstück aus Bienen- und Karnaubawachs
Kokosnuss-Mundstück
Aussenumfang am Mundstück zu groß
Ein Astloch

Bambus-Didjes

Gerade bei Bambusdiges kann es zu Rissen kommen. Darum möchte ich eine kurze Anleitung geben, was man unternehmen kann, um ein defektes Didje zu reparieren oder vorzubeugen. Vorbeugen ist eben doch besser als heilen ;o)! In den Pflegetips steht zwar schon einiges drin, doch zur Vorbeugung gibt es noch mehr. Gerade beim Bambus-Didje. Sollte es ein Problem geben, auf das ich hier nicht eingegangen bin, klicke bitte meine Hilfeseite an. Also los geht´s.

Um das grösste Problem, die Risse, zu verhindern gibt es zwei Dinge. Das mit der Innenversiegelung steht schon in den Pflegetips. Das andere ist das Umwickeln der Enden mit einem festen Band. Das kann aus Sissal, Hanf oder auch Leder bestehen. Natürlich eignet sich auch anderes Material. Ist eine Sache der Optik. Die Technik ist in jedem Fall die selbe. Zusätzlich sollte der Riss noch behandelt werden.
Hier der Vorgang.

Die WicklungLege etwa 5 cm des Bandes in Längsrichtung auf das Didje (Bild links). Wickle nun die erste, lockere Wicklung um das Rohr. Die weiteren Wicklungen sollten so fest wie möglich und eng aneinander sein. Wickle so lange, bis die 5 cm um weitere 2 oder 3 cm überwickelt sind. Bei sehr dicken Rohren kannst Du wegen der Optik auch weiter machen. Bleibt Dir überlassen. Kann auch nett aussehen, wenn Du in regelmäßigen Abständen Wicklungen anbringst.
Jetzt wird es etwas knifflig. Die letzten 3 Wicklungen etwas lockerer. Nun steckst Du das Band unter die lockeren Wicklungen und ziehst ganz fest! Damit sich das ganze nicht mehr lösen kann, gibst Du noch einen Tropfen vom Holzleim drauf. Dieser trocknet transparent auf.

nach oben Der Riss

Was Du bereitlegen solltest:
eine Bohrmaschine, einen 3 mm Holzbohrer (ein Eisenbohrer geht auch), wasserfesten Holzleim, Schleifmaterial, zwei bis drei Schraubzwingen und zwei Bretter.

Die Bohrung im RissendeUm zu verhindern, dass der Riss sich weiter durch das Didje zieht, bohrst Du am Ende das Risses mit einem 3 mm Bohrer durch das Didje (Bild siehe unten). Der Riss sollte in der Bohrung enden und nicht darüber hinaus gehen. Sonst wäre es um sonst. Diese Maßnahme nimmt dem ganzen die Spannung, denn die ist verantwortlich für den Riss. Jetzt stellst Du mittels eines farbig ähnlichen Holzes, kann natürlich ein anders Bambusrohr sein, einen feinen Schleifstaub her. Je nach Größe des Risses entsprechend viel. Diesen Staub reicherst Du mit !wasserfestem! Holzleim an. Es sollte eine dickflüssige Pampe sein. Jetzt schmierst Du diese Pampe in den Riss. Wenn es möglich ist, solltest Du von innen den Riss mit Tesafilm abkleben. So fließt die Leimpampe nicht wieder raus. Ist dies nicht möglich, mach die Pampe so dick, dass Du sie hineinspachteln musst. Spachtel ruhig einen kleinen Hügel auf, denn nach dem Trocknen "fehlt" etwas Masse. Den entstandenen Hügel kannst Du hinterher abschleifen.
Jetzt nimm die Bretter, lege das Didje irgend wie dazwischen und schraube mit den Zwingen den Riss !leicht! zusammen. Nicht zu fest, denn sonst geht der Riss womöglich wieder auf. Lass das ganze zwei Tage liegen, bis der Leim komplett ausgetrocknet ist. Mit etwas Glück ist der Riss nun zu und Du kannst an die Feinarbeit gehen. Abschleifen des restlichen Materiales, vielleicht noch Farbe drauf und fertig.

nach oben Das HolzDidgeridoo

Ein Holz-Didgeridoo ist in der Regel nicht so anfällig wie ein Bambusdidje. Doch wenn es sehr dünnwandig ist und extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird, kann es auch schon mal zu Rissen kommen. Auch wenn es mal umkippt, ist es schnell passiert.
Ich hatte zu diesem Thema einmal ein Gespräch mit Bruce Rogers, einem weißen Australier, der seit mehreren Jahren Didgeridoos aus Eukalyptus baut. Seinen Rat gebe ich hier gerne weiter, denn er ist effektiv.
Er nimmt ganz einfach Sekundenkleber für solche Fälle. Dieser Kleber ist dünnflüssig, dringt tief in die Poren ein, ist farblos und hält bombenfest.

nach oben Das Wachsmundstück

Das Wachsmundstück gehört eigentlich zu den Teilen eines Didjes, die ganz einfach zu "reparieren" sind. Doch wer sich hierüber keine Gedanken gemacht hat wird sich vielleicht schwer tun mit einem neuen Mundstück. Dazu hier eine Anleitung.
Nimm am besten reines Bienenwachs. Bekommt man eigentlich in jedem gut sortierten Naturladen. Ein Teelicht ist mehr als genug, meistens jedenfalls. Nimm nun die Hälfte davon und halte es für ca. 5 Minuten zwischen den Händen. Knete es dann richtig schön weich. Forme daraus eine Wurst. Die Länge könnte man berechnen nach der Formel Pi x d = 3,14 x d (Durchmesser). Aber 3 x d ist einfacher. Lege diese Wurst in Ringform auf das Didje und drücke es leicht an. Forme es nun so, wie es im linken Bild zu sehen ist. Der obere Innendurchmesser, also dort, wo die Lippen anliegen, sollte ein Durchmesser von 30 bis 32 mm ausgeformt werden. Achte darauf, dass der Übergang "Wachs zur Didje-Innenseite" schön glatt ist. Dies verhindert ungünstige Luftabrisse. Folge könnte sein, dass das Didje sich schlechter Anspielen läßt. Das war es eigentlich schon.
Nicht zu empfehlen ist das Tauchen in flüssiges Wachs, wie es oft zu sehen ist. Das Wachs verliert dadurch seine anti-septische Wirkung und die Molekularstruktur wird aufgebrochen. Folge davon: es wird schneller weich beim Spielen und klebt recht schnell am Mund. Besonders lästig für Bartträger. Sollte sonst noch eine Frage sein, benutze bitte meine Hilfeseite.

nach oben Mundstück aus Bienen- und Karnaubawachs

Ein Bienenwachsmundstück kann schnell mal anfangen zu kleben, wenn es zu warm wird. Dann verliert es auch schnell die Form. Es hat aber den Vorteil, dass es schneller angefertigt ist.
Eine sehr gute Alternative ist da ein Gemisch aus Bienenwachs und Karnaubawachs (oder Carnauba, Canauba) im Verhältnis 8:2. Nimmt man 40 Gramm Bienenwachs und 10 Gramm Karnaubawachs, ist es eine ausreichende Menge für ein Didge.
Bienenwachs ist ja bekannt, weniger das Karnaubawachs. Dieses Wachs ist rein pflanzlich und sehr spröde. Allen kann man es für ein Mundstück nicht verwenden. Um diese beiden nun zusammenzubringen, muss man sie erwärmen. Karnaubawachs schmilz bei ca. 90 °C und Bienenwachs bei ca. 65 °C.

Man sucht sich einen alten Topf und stellt ihn auf die Heizplatte. Bei kleiner Stufe schmelzt man nun erst das Karnaubawachs. Ist dieses flüssig (nicht überhitzen!), nimmt man den Topf von der Platte und wartet ein, zwei Minuten, bis die Temperatur etwas abgesunken ist. Nun kann man das Bienenwachs dazu geben.

Ist beides flüssig, gießt man die "Suppe" in einen Joghurtbecher oder ähnliches. In die Mitte stelle ich einen Kern von ca. 25 mm Durchmesser. Das erleichtert mir später das Ausarbeiten und Anpassen der Mundstücköffnung.
BienenwachsKarnaubawachs (klick für Detail)Kern


Hier das Ergebnis des Gusses:

Rohform eines Mundstücks aus Bienen- und CarnaubawachsUm diesen Ring nun auf das Didge zu bekommen, forme ich mir aus reinem Bienenwachs einen dünnen Ring. Dieser Ring sollte sehr weich geknetet werden, damit er so richtig gut klebt.
Jetzt den Bienenwachsring auflegen und leicht andrücken. Damit er weiterhin weich bleibt, halte ich das Didge eine Zeit über einer Heizung fest. Jetzt den Rohling auflegen, mittig ausrichten und andrücken. Doch vorsicht! Da dieses Gemisch härter ist als nur Bienenwachs, kann der Ring brechen. Doch wenn alles gut ging, hat man ein dauerhaftes, angenehmes Mundstück.

Ich lasse nun das ganze für eine Zeit in Ruhe, so kann das Bienenwachs abkühlen und fest werden. Was noch zu tun ist? Den Innendurchmesser mit einem Messer erweitern und den Überstand abschneiden. Fertig!

Und so könnte es fertig aussehen:

Fertiges Mundstück aus Bienen-CarnaubawachsWie man sieht, ist hier kein Überstand zu sehen. Der dünne dunkle Streifen ist das Bienenwachs. Ich habe das Mundstück ein wenig abgeflacht, so ist die Anlagefläche für die Lippen nicht zu groß. Viel Spaß mit dem neuen Mundstück.

 


nach oben Das Kokosnuss-Mundstück
Schwieriger aber dafür langlebiger ist das Kokosnuss-Mundstück. Ich verwende auf meinen Selbstbau-Didjes nur noch diese Variante. Und weil ich immer mehr Anhänger finde, zeige ich hier mal den Werdegang.

EinDrittel der SchaleDa wäre zuerst einmal die Qual der Wahl bei der Kokosnuss als solche. Ich suche mir immer die großen, länglichen aus, die haben die geringste Wölbung. Dann zersäge ich sie in drei Teile der Länge nach. Hier links zu sehen.
Die innere Fläche schleife ich glatt. Jetzt wird die Schale auf das Didje gelegt und der Umfang angezeichnet.








Danach grob aussägen. Hier im Bild rechts zu sehen.
Der kleinere Ring ist aus dem größeren herausgeschnitten. Er hat einen Durchmesser von 32 mm und entspricht meiner bevorzugten Öffnungsweite.




Der Abrieb muss wegJetzt schwärze ich mittels eines dicken, weichen Bleistiftes die Innenseite der Schale. Lege sie auf das Didje und bewege sie leicht hin und her. Das schwarze muß weg!. Im unteren Bild habe ich bereits eine halbe Stunde Schnitzarbeit hinter mir.








Angepasste Schale aufgeleimtIch verwende ein extrem scharfes Schnitzmesser. Immer nur das wegnehmen, was sich abzeichnet. Sinn ist, irgendwann ein möglichst große Anlagefläche zu schaffen. Liegt die Schale außen möglichst eng an und es zeichnet sich sehr viel Schwarz großflächig ab, solltest Du aufhören, dann ist nämlich eine große Anlagefläche vorhanden. Eine 100-prozentige Anlagefläche scheint mir unmöglich, darum immer wieder kontrollieren und entscheiden. Jetzt die Mitte ausmachen, die Öffnung anzeichnen, ein Loch bohren und mit einer Laubsäge aussägen. Jetzt kann die Schale aufgeleimt werden. Zu sehen hier unten.

Zum Verkleben nur wasserfesten Holzleim nehmen. Dieser ist transparent (sollte der Spalt nach außen hin doch zu groß sein) und hält super fest. Bis heute ist mir noch kein Kokosnuss-Mundstück abgefallen. Fertig sind wir aber noch nicht! Jetzt nach einer Trocknungszeit von mind. 24 Stunden (je nach Temperatur) kann der Überstand abgeschliffen werden. Ich nehme einen Exzenterschleifer. Anschließend von oben noch glatt polieren, nach innen leicht abrunden (die Lippen sagen danke!) und fertig! Ne ne, nicht ganz. Da ja noch der Übergang von Didje-Innenseite und Kokosnussschale nahezu einen rechten Winkel ergibt, diesen mittels Bienenwachs abrunden. Ähnlich wie oben beim Wachsmundstück.

Das fertige Mundstück. Einfach lecker.Hier noch mal ein Bild vom fertigen Mundstück. Sieht doch gut aus, oder?

Aber nun viel Spaß beim Endlosspielen ohne Verkleben und Verformen!












nach oben Aussenumfang am Mundstück zu groß
Ein großes Problem kann sein, wenn der äussere Umfang am Mundstück so groß ist, dass beim zentralen Mundansatz die Nase auf das Yidaki stößt. Meist handelt es sich hierbei um Bambus-Didjes. Das kann die Atmung beeinträchtigen oder mit der Zeit sehr schmerzhaft werden. Nicht zuletzt nimmt es die Freude am Spielen.
Was also tun? Hier gibt es mehrere Möglichkeiten.

Die erste und einfachere: das Mundstück, sofern es aus Wachs besteht um eine weitere Lage erhöhen. D.h.: den Abstand zwischen Mund (Nase) und Didje vergrößern. Das verändert den Ton nur sehr geringfügig, ist einfach und geht schnell. Nachteil: eine dickere Wachsschicht kann sich auch mehr verformen. Das sieht in etwa so aus:

Eine weitere Wachsschicht vergrößert den Abstand zum Didje.

Die zweite Möglichkeit mit mehr Aufwand: hat das Didje eine dicke Wandung, so kann man den Aussendurchmesser durch Abtragen vermindern. Dies ist eine radikalere Form und eignet sich eigentlich nur dann, wenn das Didje unbemalt und nicht aus Bambus ist.
Und wie geht das? Nun, dazu gibt es eine vielzahl von Hilfsmitteln wie Holzraspel, Schleifpapier, etc. Na und elektrisches Werkzeug ebenfalls.
Soltest Du dir das nicht zutrauen, hilft Dir vielleicht jemand. Wohnst Du in meiner Nähe (PLZ 25541), so helfe ich auch gerne.


nach oben Das Astloch
Das Astloch in heimischen Hölzern ist meist der Schwachpunkt. Das Astloch unterbricht zwar nicht die Faser, aber der "Knast" trocknet stärker aus und kann schon mal rausfallen. Manchmal fängt der Aststumpf an zu "klappern". Das aber nur in weicheren Holzarten wie Kiefer und Fichte. Dann rausnehmen und neu stopfen.
Wie aber nun das schöne Didje reparieren? Hierzu bedient man sich einer Technik, die es erlaubt das Loch zu "stopfen". Man nehme einen Holzborer von entsprechender Größe. Entweder man kann den Ast herausdrücken oder er wird ausgebohrt. Dann nimmt man einen Holzrundstab aus Buche (gibt es in Baumärkten), schneidet ihn in entsprechender Länge ab und treibt ihn mit Holzleim versehen in das gebohrte Loch. Aber nur so weit, dass er auf der Innenseite mit der Wandung abschließt.
Ich habe mal zur Ansicht eine Probe aufgesägt und hier abgebildet. Selbst in der Hälfte hält der Stopfen dank des Leimes bombig. Anschließend trocknen lassen (mind. 2 Stunden), abschleifen, fertig. An dieser Stelle pfeift der Wind nicht mehr durch! ;o)



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