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- www.didgeman.de - Torsten Höpfner - ©
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Ein eigenes Didgeridoo in Selbstbau aus Holz in der "Sandwich"-Bauweise, ist eigentlich gar nicht so schwer. Mit etwas Geschick und einer minimalen Ausrüstung dürfte es jedem halbwegs begabten Bastler gelingen. Und wer nicht weiß wie er den Selbstbau eines Didgeridoos anstellen soll, schaut nicht um sonst hier nach.
Wer aber glaubt, es ist schnell mal ein Didge gebaut, sollte sich die folgenden Zahlen einmal durch den Kopf gehen lassen: angenommene Länge 150 cm; innere Breite 5 cm; ca. 40 Späne je 10 cm; ca. 13 Schläge je Span. Das macht ca. 7800 Schläge mit dem Holzhammer! Für eine Hälfte! Also ca. 15.800 Schläge für das gesamte Didge. Die Feinarbeit ist noch nicht mit gerechnet. Mehr? Pro Span ca. 7 sec. macht auf das gesamte Didge 8.400 sec. Das sind ca. 2h 30min. Ohne Feinarbeit. Ja und von außen ist es auch noch nicht fertig. Kommen vielleicht noch mal 4 bis 5 Stunden dazu (Formgebung, schleifen grob, schleifen fein, schleifen noch feiner, polieren, wachsen, Innenkonservierung). Und die Trockenzeit für den Kleber und Wachse und Öle...
Die hauptsächlichen Fragen, die oft gestellt werden, sind: Wie fange ich an? Soll die Rinde dran bleiben? Soll erst die äußere und dann die innere Form erstellt werden? Oder umgekehrt? Hier die Antworten. Soll die Rinde dran bleiben oder nicht? Dies hängt davon ab, wie trocken der Stamm bereits ist. Ein völlig durchgetrockneter Stamm kann sofort entrindet werden. Trockener als trocken geht ja nicht. Zielt die Frage darauf, ob der Stamm zum trocknen entrindet werden soll, ist die Antwort klar: nein! Er würde an der äußeren Schicht zu schnell trocknen und hier Risse bekommen. Soll erst Außen und dann innen oder umgekehrt? Das hängt mehr von deinem Geschick ab zu erkennen, wie dünn die Wandung geworden ist. Du verstehst? Ansonsten ist es eigentlich egal. Komplett fertig würde ich die äußere vor der inneren Form jedoch nie machen. So hast du immernoch genug "Fleisch", um Fehler zu korrigieren.
Doch jetzt an die Arbeit. Oder?
Was brauchen wir?
- Eine Säge, mit der man den ausgesuchtem Stamm der Länge nach aufsägt. Ich bevorzuge hier eine Bandsäge mit grobem Sägeblatt. Alternativ eine japanische Zugsäge. Der Aufwand beträgt hier aber ca. 2 bis 3 Stunden und kann Probleme ("Weglaufen" der Säge) bereiten.
- Hohlkehl-Stechbeitel, um die einzelnen Hälften auszustemmen.
- einen Hammer, bevorzugt mit Holzkopf. Der zerstört den Stechbeitel nicht. Es geht aber auch ein Schlosserhammer.
- eine Raspel, mit der man den Trichter und das Mundstück nach dem Zusammenleimen noch erweitern kann.
- Schleifmittel in verschiedener Körnung
- ein Zugeisen, (Schindelholz) um dem Didge die äussere Form zu geben.
- Schablonenmaterial z.B. aus Pappe, um die gleich Form auf beide Hälften zu übertragen.
- wasserfesten Holzleim, alternativ geht auch ein Heißkleber
- Schraubzwingen in ausreichender Zahl
 Hier die Minimalausstattung von links nach rechts: zwei Raspeln in verschiedenen Ausführungen
das Zugeisen (Schindelholz)
drei Stechbeitel
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 Hier die Stechbeitel noch mal im Detail. Es gibt diese im Baumarkt schon für wenige Euro. Doch die billigsten sind nach kurzer Zeit unbrauchbar. 15 bis 20 Euro sind normal. Bei der Firma www.Dick.biz kosten edle Stücke auch schon mehr als 50 Euro. Das Stück!
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 Und zum feineren Ausarbeiten nutze ich sehr gerne diese japanischen Stemmeisen. Sie sind so scharf, dass man keinen Schlegel braucht, um damit zu arbeiten. Durch die polierte Schneide wird die Fläche sehr glatt. Ein wahres Gedicht!
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 Hier nun der Rohling im Ganzen. Es handelt sich um einen Spitz-Ahorn. Besonders geeignetes Holz für Musikinstrument. Er hat eine Länge von 114 cm und ein Außenmaß von 14,5 cm unten und oben 12 cm. Gelagert hatte ich ihn für ca. ein ¾ Jahr im kühlen Stall bei guter Luftzirkulation, Zirkularatmung quasi ;-). Die Schnittflächen hatte ich nicht versiegelt. Die Strafe folgte dann auch: Trockenrisse! Zum Glück nicht tief -puh-.
Nun die Bandsäge angeschmissen und den Stamm der Länge nach durchteilen. Das Ergebnis hier.
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 Im linken Bild ist die Schablone vorgeschnitten. Die eigentliche Form wird aufgezeichnet und danach ausgeschnitten.
 Die sechs Ecken dienen als Abstandhalter zur äusseren Form. Jetzt die ausgeschnittene Schablone auf die Hälften übertragen. Nicht vergessen die Schablone einmal zu drehen! Die Form anzeichnen und ausstemmen mit dem Stechbeitel. Das kann schon mal 2-3 Stunden dauern, je nach Härte und Durchmesser.
Ich hatte mich hier für eine konische Form entschieden, weil ich trotz der Dicke einen hohen Ton haben wollte. Hat auch geklappt. Nun ist es ein "G" geworden mit tollen Obertönen.
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Nachdem nun alles raus ist, was nicht in das Didge gehört, legt man beide Hälften zusammen und kontrolliert noch einmal kurz, ob keine groben Fehler in der inneren Form zu sehen sind. Da wir aber mit einer Schablone arbeiten, kommt dieses nicht oder nur im sehr geringen Maße vor.
Wieder auseinander nehmen, die Schnittflächen mit wasserfestem Holzleim benetzen, die Hälften locker aufeinander legen, ausrichten und mit Schraubzwingen zusammenpressen. So lassen wir das fast fertige Didge für ein oder zwei Tage liegen.
Und hier das fertige Didge dazu. Feine Maserung, klangreich in den Obertönen, Stimme kommt gut. Ich könnte mir auf die Schulterklopfen, wenn sie nicht schon weh täte ;-)
Jetzt geht es an die äußere Form. Dazu nehme ich das Zugeisen. Die beiden Griffe zeigen beim Ziehen zum Körper und die Schneide nimmt dann einen ordentlichen Span ab. Mit der Zeit bekommt man eine gute Übung und kann auch ganz fein damit arbeiten.
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Ist die Form soweit fertig gestellt, geht es an die Feinarbeit. Hierzu nehme ich einen sogenannten Exzenterschleifer. Dieser hat einen schnell rotierenden Schleifteller mit Kletthaftung, an dem die Schelifscheiben angeklettet werden. Nahezu jeder namenhafte Hersteller hat sowas im Sortiment. Und hier das fertige Stück! Noch ohne Firnis. Ich denke, ich werde den oberen und unteren Teil farbig gestalten und den Mittelteil mit Hochglanz-Klarlack behandeln. Die schöne Masrung des Ahorns darf einfach nicht verdeckt werden. Die Gesamtlänge beträgt nun 112 cm.
 Dieses ist der Schalltrichter. Er misst fast 12 cm. Noch ist innen nicht der letzte Schliff geschehen. Das mache ich mit Schleifrollen, welche ich mir auf eine längere Stange stecke und dann in eine Bohrmaschine spanne. Dann ist auch die "Klebe-Naht" nicht mehr zu sehen. Von innen behandel ich meine Didges grundsätzlich mit einem Firnisöl, welches ich aus einem Naturbau-Laden kaufe. Garantiert keine schädlichen Substanzen für Leben und Natur! Gesamtbauzeit ca. 35 Stunden ohne Trockenzeit des Leimes.
So, nun viel Erfolg beim Nachbauen. |
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