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Schwarze Farbe und roter Ocker
Es gab viele ausgebildete Jäger im Stamm, aber niemand war so wagemutig wie Kudnu und Wulkinara. Sie waren sehr enge Freunde und gingen gewöhnlich zusammen auf die Jagd. Man sagte, dass sie gegenseitig ihre Gedanken lesen konnten. Es gab keinen Zweifel darüber, dass ständige gemeinsame Übung dazu führt, dass man den anderen genau kennt. So hatten sie mehr Erfolg in der Jagd als alle anderen Männer. Es kam eine Zeit, da rettete diese Fähigkeit das Überleben des Clans.
In das Gebiet der Ngardjuri kam eines Tages eine alte Frau mit bösen Augen, Finger wie die Krallen eines Vogels und scharf angespitzten Zähnen mit denen sie die Kehle eines Mannes aufschlitzen konnte, bevor dieser sich wehrte.Sie allein schaffte es, Angst und Schrecken zu verbreiten in den Herzen der Männer, aber mit ihren zwei Hunden, einer schwarz, der andere rot, konnte sie erscheinen wo sie wollte und niemand traute sich, sich ihr in den Weg zu stellen. Die Hunde waren wie ihre Lieblinge, unerschrocken und noch gieriger nach Menschenblut als sie. Immer wenn sie einige Clanmitglieder getötet hatten, packte der Rest des Clans seine Sachen ein und zogen weiter südwärts.
"Wo wollt ihr eigentlich hin?" sagte Kudnu. "Glaubt ihr, ihr könnt der Frau entkommen, in dem ihr zu einem neuen Wasserloch zieht?"
"Wollt ihr einfach so euer Gebiet verlassen, nur weil sie die Lippen bleckt und knurrt?" fragte Wulkinara. "Bedeutet das Land eurer Väter weniger als dies?"
"Ihr habt sie nicht gesehen?", sagte einer der verschüchterten Krieger."Ich stehe lieber einem bunyip in der NAcht gegenüber als dieser alten Frau"
"Ihre Hunde sind Monster", sagte ein anderer. "Kämpfst Du mit einem, zerquetscht der andere von hinten deinen Kopf zwischen zeinen Fängen."
"Ich weiß", sagte ein dritter als Kudnu anfangen wollte zu reden. "Du willst sagen, wenn Du mit einem Hund kämpfst, deckt Dir Wulkinara den Rücken, aber was ist mit der Frau? Niemand kann sie besiegen."
"Wir werden sehen", sagte Kudnu mit einem bitteren Lachen. "Ihr rennt besser wieder weg, sonst holt euch die Frau noch ein."
Die beiden sahen sich an. Es gab keinen Grund zu diskutieren, sie wussten, was zu tun war. Sie standen auf und hörten in die Ferne ein Geräusch wie Hundegebell und dort kamen zwei winzige Punkte auf sie zu und wurden schnell größer.
"Beeil Dich", sagte Wulkinara und half seinem Freund auf einen Baum. Er selbst versteckte sich hinter einem großen Busch. Kudnu rief als die Hunde am Baum vorbei kamen. Sie drehten sich um, kratzten am Stamm, sprangen hoch und fielen herunter. Kudnu hielt sich an den stabilen Ästen fest und blickte hinunter in die geöffneten Schlunde. Er war verwunderte über die unterschiedliche Farbe ihrer Zungen: eine war kräftig rot, die andere schwarz.
Die Hunde waren voll konzentriert auf Kudnu und Wulkinara trat aus seinem Versteck hervor, in der linken Hand zwei Bommerangs. Er nahm einen in seine rechte Hand und warf ihn ruhig aber mit großer Kraft auf den roten Hund. Der Boomerang trennte den Kopf ab und er rollte über den Sand. Der schwarze Hund wirbelte herum, bemerkte den Jäger und sprang ihm an die Kehle. Wulkinara hatte keine Zeit die Waffe zu werfen, aber er brachte sie hinter den Rücken des Hundes und brach dessen Rücken mit aller Macht. Die Wucht zerteilte den Hund in zwei Hälften. Für einen Moment balancierten die beiden Hälften auf den Vorder- und Hinterbeinen und fielen dann um.
Da war Geraschel im Gestrüpp. Wulkinara drehte herum und sah die alte Frau auf ihn zuspringen ihr Gesicht verzerrt vor Zorn. Wulkinara hatte keine Zeit seinen Boomerang zu benutzen, doch die Frau stockte zwischen Himmel und Erde und fiel auf ihren Rücken mit dem von Kudnu geschleuderten Speer in ihrem Hals.
Die Männer tauschten ihre Blicke und es gab keinen Grund zu reden. Zusammen brachten sie zu Ende was sie begannen und ihr Stammesgebiet war wieder einmal gerettet. Der Körper der Frau wurde verbrannt, die Hunde begraben. Niemand sollte den Ort vergessen, wo sie begraben waren, denn die dicke Schicht des roten Ockers und des schwarzen Tones diente nun als Körperfarbe.
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übersetzt von Torsten Höpfner aus dem Buch: ′ Aboriginal Fables and Legendary Tales ′ von A.W.Reed
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