- www.didgeman.de - Torsten Höpfner - ©
Dreamtime-Index

Die Hülle der Motte

Ein Jäger aus Queensland ging auf eine lange Reise und nahm seinen kleinen Sohn mit. Es fiel dem Jungen schwer mit seinem Vater mit zu halten und von Tag zu Tag wurde er dünner und schwächer. Dann kam der Regen. Er fiel so lange, bis die Flüsse anstiegen und das Land zu einem großen Sumpf wurde. Der kleine Junge wurde krank. Das einzige, was der Vater tun konnte, war einen groben Schutz aus Rinde und Äste der Bäume zu bauen, damit sie vor dem Regen geschützt waren. Ihre Nahrung war schon lange erschöpft und der Vater wusste, dass sein Sohn sterben würde, wenn er nicht schnell Essen finden würde.
Er versteckte den Jungen unter seinem Teppich aus Känguru-Haut und eilte durch den Sumpf auf der Suche nach Essen. Es war nicht leicht, im überschwemmten Land etwas zu finden, aber er entdeckte ein Opossum und tötete es mit dem Speer. Er eilte zurück zum Versteck, hatte aber Angst, dass sein Sohn den Hungertod gestorben sein könnte.
Er erreichte die kleine Lichtung, aber alles war verschwunden, fortgespült vom Wasser. Er stellte sich darauf ein, den leblosen Körper seines Sohnes zu finden, doch am schlimmsten war die Vorstellung, dass sein Sohn wie durch Magie verschwunden blieb.

Er lehnte sich gegen einen Stamm und berührte zufällig ein lockeres Stück Rinde und er bekam einen Schock. Dort sah er plötzlich eine kleine Nachbildung des Versteckes, welches er für seinen Sohn gemacht hatte und sah den Körper einer weißen, großen Made. Jetzt war er sich sicher, dass die Geister Mitleid hatten und seinen Sohn in Form dieser Made gerettet hatten.
Seit diesem Tag erinnert die Kokon-Made daran, dass vor langer Zeit eine Vater seinem Sohn einen Unterschlupf baute, um ihn zu schützen.