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Kuniya und Liru

Überall sind deutliche Spuren der vergangenen Zeiten.Vor langer Zeit in der Tjukurpa (die Zeit der Erschaffung in der Pitjantjatjara-Sprache), reisten die Kuniya, oder auch ungiftige Teppichschlangen, von Paku-Paku, einem Wasserloch in der Nähe des Berges Conner, westlich von Ayers Rock (Uluru) über eine flache Sanddüne zur Mitte, welche ein Wasserloch war. Sie schlugen ihr Lager auf und für ein Leben lang war alles sehr gut. Jeden Tag konnten die Kuniya Frauen genug Essen finden und es in ihren geschnitzten hölzernen Trageschalen ins Lager bringen. Sie machten ihr Brot aus den Grassamen der Steppe und backten es in der Asche ihres Feuers. Die Kuniya Männer liebten es, nach der Jagd auf Kängurus, Emus und Wallabies, auf der Spitze der Sanddüne zu sitzen und sich Lügengeschichten zu erzählen, bis die Sonne unterging. Am Ende der Schöpfungszeit wurde der Sand zu Fels. Die Kuniya selber wurden zu verschiedene Kennzeichen, was man heute am Ayers Rock sehen kann. Die Frauen saßen auf großen Felsen in der Tjukiki Schlucht während ihr piti (hölzerne Trageschale) eine große Steinplatte am Kopfe der Schlucht erhielt. Ein Loch im Fels stellt ihr Lagerfeuer dar und die Grasbüschel sind ihre Haare. Die schlafenden Kuniya Männer wurden zu reglosen Felsen in der Schlucht darunter.

So lange die Kuniya Leute am Ayers Rock blieben, war das Leben nicht immer friedlich, denn eine Gruppe von Giftschlangen Leuten, die Liru, welche im Pitjantjatjara umherzogen, waren der Grund für Ärger. Die Liru kampierten am Katatjuta (Mount Olga) und entschlossen sich zum Ayers Rock zu gehen und die Kuniya anzugreifen. Sie wurden vom großen Krieger Kulikudgeri angeführt, zogen in einer großen Gruppe über die Sanddünen und erreichten das Lager einer starken Kuniya Frau namens Pulari. Pulari trennte sich von ihrem Volk als sie ein Kind gebar. Erzürnt sprang sie mit dem Kind im Arm über die Liru, um ihr Kind zu schützen. Dabei spuckte sie die Essenz von Krankheit und Tod, arukwita, aus. Viele der Liru starben dabei, doch attackierten sie weiter die Kuniya. Ein junger Kuniya Krieger forderte den Anführer, Kulikudgeri, heraus, doch dieser verletzte den jungen Kuniya schwer. Stark verwundet kroch dieser über die Sanddünen fort.

Kuniya Inkridi, die Mutter des verwundeten Jugendlichen, stieg empor und verpasste Kulikudgeri einen heftigen Hieb auf dessen Nase mit ihrem Grabstock. Er starb, erlöst von seinem Leiden, sein Blut floss über das Land und hinterliess bis heute rote Flecken auf den Felsen. Kuniya Inkridi betrauerte ihren verlorenen Sohn. Sie bedeckte ihren Körper mit rotem Ocker und Sand, sang und jammerte bis in die Nacht. Sie spuckte arukwita, die Essenz von Leiden und Tod, aus und jeder der sich nähern sollte, sollte davon befallen werden.

Unterdessen entickelte sich ein großer Kampf zwischen den beiden Völkern am Wasserloch oberhalb des Sandhügels. Die Liru spießten sehr viele Kuniya auf, siegten, verließen die Ebene und kehrten nach Katatjuta zurück. Kniya Inkridi hörte vom Tod ihres Volkes und sang das Lied von arukwita um sich selbst und die verbliebenen Kuniya zu töten.

Am Ende der Tjukurpa Periode, als der Sandhügel zu Stein wurde, verwandelte sich auch dieses Epos in Stein. Die Route der Liru Leute von Katatjuta Land zum Ayers Rock ist markiert mit Wüsteneichen, die verwandelten Körper der Eindringlinge, während die Spur der Liru am süd-westlichen Ende vom Ayers Rock sich in tiefe Spalten verwandelten. Die Speere, die die Liru warfen, hinterließen Einschlagslöcher an der senkrechten Felswand. Ein großer Felsblock war einst der Körper der Kuniya Frau Pulari, dort wo sie das Baby gebar. Dieser Felsblock steht in einer kleinen Höhle. Bis vor kurzem wollten schwnager Frauen in dieser Höhle ihr Kind zur Welt bringen in der Hoffnung, dass Pulari, die Kuniya Frau, ihnen zu einer leichten Geburt verhilft.

Der Weg, den der verwundete Kuniya Junge zurücklegte, wurde zu einem Wasserlauf. Er starb an dem Ort, wo heute drei Wasserlöcher sind und wo sein Blut zu Wasser wurde. Der Sieger über ihn, der Anführer Kulikudgeri, wurde zum großen, quadratischen Felsblock, während seine abgeschlagenen Nase wie ein großer Splitter daneben liegt.

Die Körper von Kuniya Inkridi und ihrem Mann wurden ebanfalls zu Stein, die Feigenbäume mit ihren in dern Spalten vergrabenen Wurzeln bilden ihre Haare. Diese Felsblöcke sind eine bedeutende Stelle für die Nachkommen der Kuniya Leute, als ein Zentrum von Reichtum und Fruchtbarkeit.


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übersetzt von Torsten Höpfner
aus dem Buch: ´ Aboriginal Fables and Legendary Tales ´ von A.W.Reed