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Das Kreuz des Südens

In den Anfängen der Zeit, als Baiame der Himmelskönig, über das Land lief, schuf er zwei Männer und eine Frau. Als er sah, dass sie lebten, zeigte er ihnen all die Früchte, die sie zum Überleben brauchten. Dann ging er wieder auf die Reise.

Eine lange ZEit lebten sie gut von diesen Früchten, doch dann kam eine Dürre und das Essen wurde knapp. Eines Tages dann tötete ein Mann ein Känguru und er und eine Frau aßen vom Fleisch. Doch der andere Mann wollte nichts vom Fleisch und so hungerte er.

Immer und immer wieder sagte ihm die Frau, dass das Essen gut wäre und drängte ihn zu essen. Verärgert und schwach wie er war, stand er auf und ging in Richtung Sonnenuntergang, während die anderen gierig weiter aßen.

Als sie fertig waren, gingen sie los, um ihn zu suchen. Nach einiger Zeit sahen sie ihn durch die Sandhügel lauf, verloren ihn aber gelegentlich aus den Augen. Als sie über die Ebene kamen, sahen sie ihn unter einem Gummibaum liegen. Neben ihm stand ein dunkles Geschöpf mit brennenden Augen. Es hob ihn hoch in den Baum und ließ ihn in die Mitte fallen.

Von weiter Ferne war ein dunkles Donnergrollen zu hören und sie warfen sich zu Boden. Als sie isch erhoben, sahen sie in Richtung des riesigen Gummibaumes, der sich erhob und gen Süden entschwand. Sie konnten ihren Gefährten nicht ausmachen, sahen nur die glühenden Augen im Baum.

Plötzlich durchbrach ein Gekreische die Stille. Es kam von zwei Kakadus, die dem Baum hinterherflogen. "Mooyi" nannten man sie.

Der Baum verschwand und hinter ihm flogen die Mooyi. Sie schrien, er solle anhalten, damit sie ihren Schlafplatz wieder einnehmen konnten.

Endlich pflanzte sich der Baum selber in der Nähe des Warrambol ein, der Milchstraße, wo die Himmelsgötter leben. Als er scheinbar zur Ruhe kam, verschwand der Baum allmaählich und zu sehen waren nur noch vie glühende Augen: zwei gehörten Yowi, dem Geist des Todes. Zwei gehörten ihrem Gefährten.

Die Mooyi flogen nochimmer in Richtung des Baumes, um ihren Schlafplatz zu erreichen.

Als die Natur registrierte, dass nun der Tod zu ihrem Leben gehörte, war überall Jammern zu hören. Die Sumpfeichen seufzten unaufhörlich, die Gummibäume weinten blutige Tränen, die sich zu rotem Gummi kristallisierten.

Seit diesem Tag nannten die Stämme das Kreuz des Süden "Yaraan-doo", der Platz des weissen Gummibaumes. Und die weißen Zeiger annten sie Mooyi, die zwei weißen Kakadus.

So erinnerte das Kreuz des Südens die Stämme daran, dass der Tod zu ihnen gehört.

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übersetzt von Torsten Höpfner
aus dem Buch: " Aboriginal Fables and Legendary Tales " von A.W.Reed