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Auf dieser und den nächsten Unterseiten erfährst Du einiges über das Didgeridoo im Allgemeinen, die Zirkularatmung, das Ansetzen des Didgeridoos und einfache Spieltechniken.
Da meine Seiten hauptsächlich auf den Anfänger ausgerichtet sind, kann ich nicht auf alle Techniken rund um das Yidaki eingehen. Es ist aber auf jeden Fall genug, um einen sicheren Start zu haben.
Das Didgeridoo (gespr.: didscheridu)
Was ist ein Didgeridoo? Wie wird es gespielt? Was ist eine "Bassflöte"? Diese und andere Fragen werde ich hier beantworten. Das Didgeridoo ist ein australisches Musikinstrument, welches ursprünglich aus dem Norden Australiens (Nordost Arnhemland) kommt. Dieses ungewöhnliche Instrument wird mittels einer speziellen Atemtechnik, der Zirkularatmung, gespielt. Sie ermöglicht es dem Spieler, einen dauerhaften Ton zu spielen, der so lange gehalten werden kann, wie der Spieler es möchte. Es scheint unmöglich zu klingen, aber bei gleichzeitiger Einatmung durch die Nase, wird Luft aus dem Mund gepresst und erzeugt so den Dauerton. Näheres dazu unter Atemtechnik. Das Wort Didgeridoo stammt nicht von den Aboriginies, es ist viel mehr wahrscheinlich abgeleitet von Rhythmen, die sich wie dieses Wort anhören. Oft liest man eine unterschiedliche Schreibweise wie Didgeridoo, Didjeridoo oder Didgeridu, aber die Schreibweise Didgeridoo ist die von der australischen Regierung als korrekte Schreibweise empfohle Version. Dann liest man oft eine weitere Schreibweise wie Yidaki, Yidaki, Yiraki oder Yirdaki. Dies ist die Bezeichnung der Eingeborenen, der Yolngu, wie sich die Aboriginies selber nennen. Die orthographisch richtige Schreibweise ist aber Yidaki.Das untersdtrichene d bedeutet, dass hierbei die Zunge eineretroflexe Position einnimmt. Dabei wird die Zungenspitze leicht nach oben einwärts bewegt und dann wieder vorn nach gebracht. Dabei klingt es dann so, als höre man ein amerikanische "r". Bei mir hört sich das so an: yidaki Das Didgeridoo wurde erst in der Neuzeit auf dem gesamten Kontinent populär, als die Weißen, die Balandas, in das Land einfielen und die verschiedensten Clans in Reservaten zusammensperrten. Auf diesem Wege kamen auch die Aboriginies mit dem Yidaki in Berührung. Heute findet man das Didgeridoo auf dem ganzen Kontinetn, doch gehört es geographisch nur in den Norden. Bekannt in der westlichen Welt wurde das Yidaki durch die Gruppe "Yothu Yindi"
Bisher galt das Didgeridoo als das älteste Musikinstrument. Schätzungen gehen von einem Alter von 60.000 bis sogar 200.000 Jahren aus. Nach neuesten Funden von Höhlenmalereien ist das wahrscheinliche Alter allerdings "nur" auf 1500 bis 2000 Jahre einzukreisen. Dieses geht aus einem Buch von George Chaloupka (Zeitreise, 1993) hervor.
Unter all den Höhlenbildern soll keines zu finden gewesen sein, dass älter war als eben diese 1500 bis 2000 Jahre. Ferner sollen auf den Verkaufen sowas wie Bambus-ähnliche Instrumente zu sehen gewesen sein. Wahrscheinlich wird man aber nie genau wissen, wie alt das Didgeridoo nun ist. Doch eigentlich ist das auch egal, oder?
Eine von vielen Entstehungsgeschichten des Didgeridoo
"Einige Männer eines uralten Stammes waren im Outback unterwegs und hatten eine Platz zum Kampieren gefunden und entzündeten ein Feuer. Als in der Nacht das Feuer drohte aus zu gehen, wollte einer der Männer einen Ast aus das Feuer legen. Er griff danach und bemerkte, dass der Stamm sehr leicht war. Der Grund war, dass Termiten ihn ausgehöhlt hatten. Es waren auch noch sehr viele Termiten im Stamm und diese sollte nicht im Feuer verbrennen. So stampfte er den Stamm auf den Boden und ein Teil der Termiten fiel heraus. Um auch die letzten Termiten zu entfernen, blies er durch den Stamm. Leider beachtete er nicht die Richtung und die Termiten wurden durch die letzte Glut geschleudert. Sie verbrannten und schwebten als Funken zum Himmel. So entstanden Sterne und das erste Didgeridoo war geboren."
Aber wie gesagt, dass ist nur eine von vielen Sagen um die Entstehung des Didgeridoo.
Was ist eine "Bassflöte"?
Eine "Bassflöte" ist kein Didgeridoo oder Yidaki. Obwohl man immer häufiger liest, dass das Wort "Bassflöte" übersetzt "drone" bedeuten soll. Wieso dieses Wort verwendet wird, kann ich nicht sagen. Aber erklären, warum ein Didgegeridoo nichts mit einer Flöte zu tun hat.
Ein Flöte besitzt ein aufwendiges Mundstück, welches den Luftstrom an einer scharfen Kante bricht. Ferner besitzt eine Flöte mehrere Grifflöcher, um den Ton zu variieren. Der erzeugte Luftstrom wird so am "Labium" gebrochen, dass der Luftstrom mal nach innen und mal nach außen geleitet wird. Selbst wenn die Flöte keine Grifflöcher haben sollte (Orgelpfeifen zum Beispiel), so hat diese ein "Labium" Ergo: ein Didgeridoo kann keine Flöte sein!

Entstehung eines Eukalyptus-Didgeridoos
Bevor wir ein Eukalyptus-Didgeridoo in den Händen halten, hat es schon viele Arbeitsgänge hinter sich. Gänge im wahrsten Sinne des Wortes, denn die eigentlichen Erbauer hinterlassen tatsächlich Gänge: die Termitengänge. Nun fressen Termiten sich nicht durch gesunde Bäume, sondern nur durch abgestorbene Stämme. Dabei fressen sie vor allem die inneren Schichten des Stammes. Ein kundiger Didge-Bauer streift nun durch die Wälder und sucht nach Termitenhügeln, die eben an solchen Bäumen aufgehäuft sind. Durch Abklopfen erkennt er nun, ob der Stamm geeignet ist oder nicht. Der Stamm wird geschlagen und gleich vor Ort eine erste Hörprobe vorgenommen. Vorher aber werden die Termiten und deren Dreck ausgeklopft, kleinere Unebenheiten am Mundstück beseitigt und schon ist das Roh-Didge fertig. Zur weiteren Bearbeitung wird es dann ins Lager geschafft. Einige Arbeitsschritte sind nun nötig, um ein wohlklingendes Instrument daraus zu fertigen: restliche Rinde entfernen, eventuell die Gänge erweitern, Verunreinigungen der Termiten entfernen, Trichter gegebenenfalls erweitern, Mundstück formen und Bemalung. Nun noch die Feinabstimmung der Töne durch Einbringen bestimmter Kerben oder Erweiterungen und/oder Kürzen des Didges am oberen oder unteren Ende und gut.
Kulturelles
Das Didgeridoo stammt ursprünglich aus dem Norden von Australien. Genauer gesagt aus Nord-Arnhemland. Erst später, als die ersten Europäer Interesse zeigten am Didgeridoo, verbreitete es sich weiter südlich und ist nun über all anzutreffen. Als Hüter des Didgeridoos gilt der Clan "Galpu" vom Stamm der Yolngu, dessen Oberhaupt "Djalu Gurruwiwi" ist. Nach seinen Erzählungen bekam sein Volk vor Urzeiten durch einen Wettstreit das Recht, sich "Hüter des Didgeridoos" zu nennen. Näheres zu Djalu Gurruwiwi findet man auf seiner Internetseite www.djalu.com. Hier kan man mit viel Glück auch eines seiner Yidakis kaufen.
Während es im Norden noch immer hauptsächlich traditionellen Zwecken dient, wird es mehr im Osten und Süden hauptsächlich für den Export gefertigt. So ändert sich dann auch das Aussehen des Yidakis und kann auch in der Länge sehr variieren. Im Nord-Osten (Queensland) ist es meist länger (160 cm bis über 200 cm) und wird kürzer, je weiter es nach Westen und Süden geht. Die Bemalung, ursprünglich nicht das bekannte Dot-Painting, sondern die Schraffur, wurde angepasst und enthält keine geheime Zeichen. Viel mehr wurden diese Zeichen abgewandelt. Dot-Paintings scheinen den Touristen mehr zu gefallen und so sieht man auf den "Emu-Lockflöten" ,wie Touristen-Didgeridoos genannt werden, diese Bemalung.
Bei den Aboriginies dient das Didgeridoo nicht allein der Unterhaltung wie in der Neuen Welt. Vielmehr ist ist Ritualgegenstand zur Begleitung ihrer Tänze und laut manch Kundigem auch zur Heilung. Das allerdings wird nie bestätigt. Eine Wirkung auf den Menschen hat der Ton aber unbestritten, merken wir es doch immer wieder an uns selber: Töne und deren Schwingungen beeinflussen die Psyche des Menschen und indirekt auch die Physis.
Und bei der Tonhöhe wird auch noch unterschieden. Hohe Töne, E bis G, werden zu fröhlicheren Ereignissen verwendet, während die tieferen Töne (A bis D) bei traurigeren Anlässen verwendet werden. Das Didgeridoo ist nicht das wichtigste an einer Zeremonie. Vielmehr sind es die Bemalung auf dem Instrument und der bestimmte Rhyhtmus. Und das Yidaki allein hat keine Macht, nur in Verbindung mit den Bilmas, den Klanghölzern, kann diese Macht entwickelt werden.
Didgeridoo-ähnliche Instrumente kommen nicht nur in der Kultur der australischen Ureinwohner vor. Auch in Afrika, Teilen Amerikas, Europa und Asien wurden und werden diese Windinstrumente gespielt. In Afrika werden die Töne allerdings mehr in Form eines Trompetentones erzeugt. In anderen Teilen der Welt wurde das Windinstrument auch aus Metall angefertigt. Dann kamen sie allerdings unter anderen Namen vor.
Nähere Informationen findet man in folgenden Büchern: "Traumzeit - Das Geheimnis des Didgeridoos" und "Das Didgeridoo Phänomen" Beide aus dem Traumzeit-Verlag von David Lindner. Mehr Informationen zu den Bücher gebe ich Dir gerne per E-Mail.
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