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Ayers Rock - Uluru

In der geographischen Mitte des Kontinents liegt ein gigantischer Fels. In der westlichen Welt ist er hauptsächlich bekannt als "Ayers Rock", er bekam seinen Namen vom europäischen Entdecker William Gosse. Der damalige Premierminister Südaustraliens hieß Henry Ayers, darum bekam der Fels, ihm zu Ehren, diesen Namen. Die Aboriginies nennen diesen Fels allerdings aber Uluru.

Mit einer Höhe von 348 m, einer Länge von 3,6 km und einer Breite von 2 km gilt er als einer der größten Monolithen1 der Erde. Dabei sind mehr als 2/3 des Felsens unter der Erde verborgen. Wer um ihn herum wandern möchte, muss gut zu Fuß sein, denn es gilt ca. 9,4 km zurück zu legen. Dieser beeindruckende Fels wechselt je nach Tageslicht innerhalb weniger Minuten seine Farbe. Dieses liegt an der Kombination der Sonnenstrahlen und der besonderen Struktur des Gesteins. Das Geheimnis ist nur aus der Nähe betrachtet zu verstehen: der Felsen besteht aus Sandstein. Seine mikroskopischen Mineralkörper glänzen in der Sonne und wirken dabei wie ein Spiegel. Besonders bei Sonnenuntergang, wenn die Sonne ein rotes Licht wirft, wirken sich diese "Minispiegel" besonders aus. Allerdings ist der Uluru nicht wirklich ein Monolith, viel mehr ist er nur ein Teil einer verwitternden Erdschicht.
Uluru in der Entstehung Vor 800 bis 500 Mio. Jahren sah das Gebeit um den heutigen Felsen ganz anders aus. Die Vegetation war völlig anders und es gab auch mehr Regen. Und so sollen große Wassermassen einmal gigantische Mengen an Geröll und Schlamm in eine Schlucht gespült haben. Diese Masse verfestigte sich dann im Laufe der Millionen von Jahren zu einem festen Erdschicht. Der Grund unter dieser Schicht war allerdings nicht so fest und oberhalb dieser Erdschicht sammelte sich immer mehr Boden an. Diese gwaltige Masse drückte auf die Erdschicht und verformete sie.

Da der Uluru ein touristischer Anziehungspunkt ist, wird er auch dem entsprechend stark vermarktet. Und hier liegt auch ein sehr großes Problem, aber auch eine Chance.
Für das Volk, welches direkt am Uluru lebt und sich Anangu nennt, gilt nicht nur dieser Fels, sondern auch das Umland als heilig. Das Besteigen des Ayers Rock wird von ihnen nur geduldet. Manche Felsnieschen und Schluchten sind heilig und dürfen einfach nicht von Balandas2 besucht und fotografiert werden. Nach dem Glauben der Anangu haben diese Höhlen, Risse und Schluchten eine direkte Verbindung zu ihren Ahnen, die die Welt erschaffen haben. Jeder diese Ahnen schuf eigene Legenden und Moralprinzipien, welche die Grundlagen ihres Rechts bilden, welches sie Djukaba3 nennen. Leider wird dieses oft missachtet und so wird der Fels von allen Seiten reichlich abgelichtet. Die Fotos selber richten keinen materiellen Schaden an, aber die Besteigung, welche auch nicht ungefährlich ist. Nicht umsonst gibt es am Uluru eine eigens stationierte Rettungswacht.
Doch ein viel größeres Problem gibt es durch die Touristen: den Wasserbedarf! Um die Touristen, welche dort auch übernachten können, mit Trinkwasser zu versorgen, wird ein unterirdisches, natürliches Reservoire angezapft und abgepumpt. Dieses Wasser aber ist Lebensgrundlage für die Aboriginies und wird über kurz oder lang versiegen. Doch auch die geologische Struktur der Umgebung leidet darunter, denn es entsteht irgend wann ein Hohlraum, dort, wo das Wasser gespeichert war und dieser Hohlraum wird irgend wann zusammen stürzen. Damit werden die unterirdischen Wasserläufe verschlossen und das Reservoire wird vernichtet.

Stark verkürzte Legende, warum Aboriginies den Uluru nicht besteigen würden:
    Der Echsenmann war einsam und ohne Partner, also hat er sich auf die Suche nach einer Partnerin gemacht. Auf dem langen Weg machte er am Uluru halt und suchte sich eine Höhle, in der er Unterschlupf finden konnte. Nach einiger Zeit bekam er großen Hunger und suchte in der Umgebung nach Essen - er fand einen schlafenden Menschen, neben dem noch sein Jagdertrag gelegen hat. Kurz zögerte er, aber dann nahm er sich die Tagesarbeit des Menschen und verschwand in seiner Höhle und fraß. Am nächsten morgen wacht der Mensch auf und vermißt seine Beute. Er sucht nach dem Dieb - und entdeckt dabei die Spur des Echsenmannes, die ihn zum Uluru führt. Dort angekommen stellt er den Echsenmann zur Rede, dieser leugnet. Der Mensch ist aber mißtrauisch und fordert die Herausgabe. Als der Echsenmensch sich in seine Höhle zurückziehen will, stürzt er am Berg ab und stirbt. Hinter ihm her fallen die abgenagten Knochen auf den Boden.

    Da der Echsenmann also heruntergefallen ist - und der Mensch, der nie versucht hat die Höhle zu betreten (also zu klettern) überlebt hat - würde nie ein Aboriginal auf den Berg klettern. Es ist einfach unsinnig.
Diesen Text habe ich freundlicher Weise von Mirko D. Walter aus der Fotocommunity

Glossar

1 Monolith: (griechisch; mono=einzel, líthos=Stein, "Einstein", "einheitlicher Stein") bezeichnet eine Stein aus einem Guss. Objekte, die aus einem Stück bestehen, bezeichnet man darum auch als monolithisch.

2 Balanda: in der Sprache der Aboriginies bezeichnet das die Weißen.

3 Djukaba: das Gesetz der Anangu, nach dem sie leben.










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