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Die Zirkularatmung ist wohl mit das wichtigste beim Spielen des Didgeridoos. Diese Atemtechnik wird nicht nur eingesetzt, um einen stets andauernden Ton, sondern auch um Rhythmen zu erzeugen.
Allgemein wird zur Atmung auch "ZirkulationsAtmung, ZirkulärAtmung, Permanentatmung oder Circular-Breathing" gesagt. Oder einfach abgekürzt: ZA oder CB für die englisch versierteren ;-)

Und für diejenigen, die absolut neu sind in dieser Materie: es gibt keine gleichzeitige Ein- und Ausatmung. Es hört sich nur so an.



Erlernen der ZA 
Schritt 1 -----> Trockenübungen
Schritt 2 -----> Mit Didgeridoo
Schritt 3 -----> Sauberer Übergang Lunge - Wange



topTrockenübungen

Dies ist nur eine Methode, wie Du die ZA erlernen kannst. Frage fünf weiter Didgespieler und jeder wird es Dir etwas anders beibringen wollen. Aber es schadet nichts, es mal hiernach zu probieren. So unterschiedlich sind die Methoden nämlich nicht ;o)

Schritt 1)
Presse Deine Lippen leicht zusammen. Blase nun Deinen Mund voll Luft und behalte sie drinnen. Kannst Du nun durch die Nase einige Atemzüge weiteratmen? Stelle Dir vor, Du hättest den Mund voll Wasser und willst es woanders hintragen. Sei ganz entspannt dabei. Behalte die Spannung der Lippen bei und presse das imaginäre Wasser langsam aus dem Mund heraus. Was passiert dabei physisch und im Kopf?
Schau in Gedanken in Deinen Mund hinein. Wo liegt Deine Zunge? Sie wird etwas zurückgezogen liegen und den Rachenraum zum Hals hinunter absperren oder entspannt im Mund liegen und an den Schneidezähnen anliegen. Das letztere wird eher der Fall sein. Richtig?
Ohne Luft wird das Auspressen Dir recht leicht fallen. Probier es doch mal mit Wasser im Mund. Am besten probierst Du das mal beim Duschen, dann ist es kein Problem, wenn Du Dich bekleckerst ;o).
Konzentriere Dich nun mal auf das Auspressen. Atme ruhig und nicht zu tief ein. Versuch so langsam wie möglich die Luft aus den Wangen zu pressen. Dabei musst Du die Spannung der Lippen erhöhen und gleichzeitig fester mit der Wangenmuskelatur pressen. Kontrolliere, ob Du die Luft zur Zeit anhälst. Das soll nicht der Fall sein! Mit Wasser im Mund würde sich ein dünner Wasserstrahl bilden. Denke nun noch mal an den Anfang zurück, als Du weiteratmen konntest (konntest Du?). Jetzt beim Auspressen des Wassers oder der Luft hole einfach bewusst Luft durch die Nase, sobald Du in etwa zwei Drittel der Lungenluft verbraucht hast. Wenn das bei Dir klappt, hast Du den Ablauf der Zirkuläratmung verstanden! Gratuliere! Das ist aber erst der Anfang, leider. Nachdem Du beim Auspressen der Wangenluft eingeatmet hast, wird sich im Mund kaum noch Luft befinden. Um nun diesen Luftvorrat wieder aufzufüllen, leite die Lungenluft durch den Mund. Jetzt können sich die Wangen wieder aufblähen.



topMit Didgeridoo

Es kommt in erster Linie nicht darauf an, gleich einen vernünftigen Ton zu erzeugen. Solltest Du Dich beobachtet fühlen und genieren, dann such Dir einen stillen Platz. Andererseits wirst Du irgendwann in der Situation sein, vor anderen zu spielen. Also warum nicht jetzt schon in der Lernphase ?!

Schritt 2)
Jetzt nach etwas Übung ohne Didge werden wir uns das Teil mal an den Mund setzten. Entspanne Dich bei dieser Übung, lege das Didge an den Mund, zentral oder seitlich und wiederhole die Trockenübung. Vermutlich wird es sich zuerst anhören, als wenn da jemand Blähungen hat und am Pupsen (Mp3-Datei) ist. Lach ruhig, denn erstens hört es sich in der Tat oft so an und zweitens: Lachen entspannt.
Versuche nun zuerst mal nur mit der Luft in den Wangen einen mehr oder weniger pupsenden Ton zu erzeugen. Es muss noch nicht klingen wie ein Didge! Das kommt später. Klingt das nach Gepupse, ist die Spannung in den Lippen zu hoch. Verringer sie geringfügig bis der Ton etwas dunkler wird, etwa so: blubber (Mp3-Datei). In dieser Aufnahme hier (Mp3 85 kb) hörst Du den Unterschied von "zu viel Druck bis richtig" und dahinter gleich "von zu wenig bis richtig".
Hast Du die richtige Spannung gefunden, führe diesen Ton weiter und weiter aus. Ton-Wangenfüllen-Ton-Wangenfüllen... Hole dabei keine Luft durch den Mund, immer nur durch die Nase!!
Je weniger Du Dich auf den Ton konzentrierst, um so einfacher wird es Dir fallen Luft durch die Nase zu holen. Versuche Dich am besten durch etwas optisches abzulenken! Fernsehen ist eine gute Sache. Nur solltest Du den Ton des Gerätes lauter Stellen ;o) So hören die Nachbarn das Pupsen nicht.*grins*
Irgendwann ist es soweit: Du holst Luft durch die Nase und kannst gleichzeitig pups... äh... spielen.
Hier ist wieder ein Wendepunkt in Deiner Karriere als Didgespieler! Wenn Du den Ton rechtlange mit der Wangenluft aufrecht erhalten kannst, solltest Du Deine Lungen nicht zu voll mit Luft zu haben. Ziehe den Ton mit der Mundluft laaang hinaus. Hole kurz Luft durch die Nase, öffne den Rachenraum und spiele den Ton weiter mit der Lungenluft. Spiele etwa so lange, bis die Lunge zu zwei drittel leer ist. Lass jetzt mehr Luft in die Wangen strömen. Schließe den Rachenraum wieder und spiele den Ton mit der Wangenluft. Zu Anfang ist es schwer, seine Muskulatur in den richtigen Momenten zu koordinieren. Aber keine Angst: bis jetzt kenne ich keinen, der es nicht geschafft hat !
Erscheint es Dir unmöglich, das alles mit dem Didge am Mund zu üben, versuche diesen zweiten Schritt doch ohne Didgeridoo. Ich mache das heute auch noch. So kann ich den Übergang von Lungenluft zu Wangenluft trainieren.
Ab und zu verfalle ich sogar in Gedanken ins Didgespielen ohne Didge am Mund. Meine Kollegen schauen mich dann manchmal schief an. Dann weiss ich, ich habe nicht nur in Gedanken gespielt, sondern blubbernde Töne mit den Lippen erzeugt.



topSauberer Übergang Lunge-Wange

Hier reinhören Wange-Luft-Übung oder durchlesen ab jetzt:
Wenn es schwer fällt den Übergang bei der Zirkularatmung von Wangen- zu Lungenluft hinzubekommen, kann es mehrere Ursachen geben. Zuerst bitte ich Dich, die Mundöffnung deines Didges zu überprüfen. Wie groß ist der innere Durchmesser? Für einen Anfänger sollte er nicht größer als 32 mm, eher 30, sein. Ist die Öffnung größer, verringere sie mittels Bienenwachs.

Lippenspannung trainieren:
nimm einen Luftballon und blase ihn zu 2/3 auf. Jetzt nimmst Du die Tülle so in den Mund, dass die dicke Wulst hinter den Schneidezähnen liegt. Jetzt lass die Luft in den Mundraum fließen, ohne dass die Luft durch Nase oder Rachen entweichen kann. Mittels der Wangenmuskeln presst du nun die Luft in den Ballon zurück. So 2 bis 3 Minuten reichen für den Anfang. Schnell werden so die Wangen- als auch die Lippenmuskeln stärker.

Den Übergang von Lunge und Wange trainieren:
atme tief ein, lass die Luft so langsam zwischen den Lippen entweichen, dass die Wangen dick aufgebläht sind.
Wenn die Lungen etwa halb leer sind, modulierst Du was Wort "Hunger", ohne es wirklich zu sprechen. ABER ERST MAL NUR BIS ZUM "HUNG" Was passiert mit der Zungenwurzel? Sie verschließt beim "ng" den Rachenraum. Dabei presst die Zunge selber etwas stärker die Luft aus dem Mundraum. Damit noch mehr Luft heraus gepresst wird, kannst Du die Wangen einziehen. Das Einziehen der Wangen geht mit der Zeit leichter, erst musst Du die Muskelpartien dafür kräftigen.
Nun machst Du diese Übung bis zum "ng" einige Male.

Und wann holst Du Luft? Moduliere nun das Wort weiter. Der Übergang von "Hung..." zum "...er" muss ganz weich passieren, dabei wird das "g" fast unterschlagen.
Jetzt kommt der Moment! Beim "Hung..." verschließt sich der Rachenraum, Du atmest durch die Nase ein und füllst die Lunge, beim "...er" kannst Du wieder Luft aus der Lunge in den Mund UND durch die Lippen fließen lassen.

Damit es einfacher wird, lenke Dich dabei ab. Schau z.B. einen interessanten Film, dann ist der Kopf abgelenkt.

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